Autorin: Sarah Stoffers

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Sarah Stoffers

Sarah Stoffers, Jahrgang 1982, wuchs als Tochter zweier Journalisten in Hamburg und Schleswig-Holstein auf. Nach Beendigung der Schulzeit ließ sie sich nicht zu einem Studium oder einer Lehre überreden. Sie wollte auf der Stelle das Schreiben zu ihrem Beruf machen. 2004 wurde ihre Erzählung „Anna träumt“ von dem Magazin „Glanzstück“ in Zusammenarbeit mit dem Literaturbüro NRW ausgezeichnet. Sie schrieb für Prinz und die Hamburger Morgenpost, war in der Jugendredaktion des Straßenmagazins „Hinz&Kunzt“ und bei der Schreibwerkstatt „Nachwuchsschreiber.de“ des Deutschen Schauspielhauses. 2006 erschien ihre Kurzgeschichte „Madame Tarté“ im Hamburger Ziegel. In den letzten Jahren hat sie sich auf die Entwicklung ihres historischen Romans „Florenzias Vermächtnis“ konzentriert. Und damit auf jene Epoche, die ihr von jeher die liebste ist, das Rokoko und die Stadt Paris.

Sarah Stoffers arbeitet bereits am zweiten Roman.

Neues Buch: „Wainwood House”

Verlag: cbj 2013

Exposé zu dem historischen Roman „Florenzias Vermächtnis“

Umfang: ca. 390 Manuskriptseiten

„Jahre später sollte André sich erinnern, nie wieder so unbeschwert gewesen zu sein wie in jenem kurzen Jahrzehnt, in dem er die Wahrheit noch nicht kannte. Er würde sich erinnern, dass er als junger Mensch zwar in Armut, aber auch frei und ohne Zwang sein Leben im ältesten Theater von Paris verbracht hatte, doch als er aufbrach, um herauszufinden, warum sein Vater nicht zu ihm zurückgekehrt war, glaubte er, ohne die Wahrheit nicht leben zu können. Er begann seine Suche an einem stürmischen 30. April 1788 im erzbischöflichen Trier.“

(Auszug aus dem 1. Kapitel)

Es ist das Jahr 1788. André Belière lebt, verarmt und von der Gesellschaft verstoßen, im Kreis einer umherziehenden Schauspielertruppe. Aber selbst zehn Jahre nach dem Verschwinden seines Vaters und dem Anfang seiner eigenen Heimatlosigkeit, lässt ihm die Frage nach dem Schicksal und Verbleib von Geoffroy Belière keine Ruhe. Als die Schausteller auf ihren Reisen vor Trier auftreten, bekommt er die Gelegenheit die Spur seines Vaters wieder auszunehmen und folgt ihr bis in eine kleine Grafschaft. Anstatt Antworten findet André nur noch das Grab Geoffroy Belières und stößt auf eine Reihe Unstimmigkeiten. Augenscheinlich ist sein Vater einem Verbrechen zum Opfer gefallen.

Auf der Suche nach den Hintergründen erfährt André von der letzten Arbeit seines Vaters, einer Halskette. Und er stößt auf einen Stapel Briefe, die allesamt an die Gräfin Florenzia von Lauenberg gerichtet sind und die er aus dem Schloss des Grafen von Lauenberg stiehlt. Er erfährt dadurch, dass die Gräfin, die Halskette in einzelnen Stücken an ihre Freunde in ganz Europa sandte. Und er stellt verwundert fest, dass die Gräfin der Kopf eines geheimen Literatur- und Wissenschaftszirkels war, dessen Mitglieder über den ganzen Kontinent verteilt waren. Die Kette und das Wissen um die Absender der Briefe bleibt vorerst Andrés einziger Anhaltspunkt. Frederick von Lauenberg, der Erbe und Herr der Grafschaft, entdeckt den Diebstahl. Er erinnert sich an eine Warnung, vor einer Verschwörung um Florenzias Vermächtnis und nimmt die Verfolgung des Diebes auf. Auf der Flucht schlüpft André Belière in die frei erfundene Rolle eines Meisterdiebes, des legendären André Reneves, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als sein eigenes Phantasiegeschöpf ist.

André entkommt mit den Briefen und macht sich auf die Suche nach den Brieffreunden der inzwischen verstorbenen Florenzia von Lauenberg, bei denen er die restlichen Kettenglieder vermutet. Doch auch Frederick von Lauenberg macht sich auf den Weg, dem Geheimnis auf der Spur, und um der angeblichen Verschwörung zuvor zu kommen. In Paris, nur wenige Monate vor dem Ausbruch der französischen Revolution, erreicht die Jagd nach Florenzias Briefen und den Bruchstücken der Halskette ihren Höhepunkt. Für Lauenberg wird André Reneve mehr denn je zum Schreckgespenst, bis er endlich das Spiel mit Andrés verschiedenen Identitäten zu durchschauen beginnt. Gleichzeitig wächst Andrés Interesse an Florenzia von Lauenberg, vor allem als er erfährt, dass sich sein Vater und die Gräfin vor über zwanzig Jahren in Paris kennen gelernt haben. Florenzias Geist und Ausstrahlung wurde während der Reise quer durch Europa immer spürbarer und auch das Verhältnis seines Vaters zu der charismatischen Gräfin wird deutlicher. Es zeichnet sich langsam die Liebesgeschichte zwischen der Gräfin und dem Goldschmied ab. Und André findet heraus, dass Frederick von Lauenberg nicht der Sohn Florenzias ist.

Lauenberg findet derweilen den greisen Abbé, der ihn vor zehn Jahren vor der vermeintlichen Verschwörung warnte und damit zum Mord an Geoffrey Belière trieb. Von dem Abbé erfährt er, dass der Goldschmied einen Sohn namens André hatte. Es war die schiere Eifersucht des in Florenzia verliebten Abbé, die ihn zu dieser Täuschung und der Anstiftung des Mordes trieb. Erst als die beiden ewigen Widersacher sich zum letzten Mal gegenüberstehen, werden alle Hintergründe aufgedeckt. Inzwischen kennen André und Lauenberg das Geheimnis der zerbrochen Halskette. Auf der Rückseite ist der Name André René Belière eingraviert. André erfährt, dass er Florenzias einziges leibliches Kind war, das trotz seiner ehelichen Geburt verstoßen wurde, weil der Graf berechtigte Zweifel an der Vaterschaft hatte. Lauenberg hingegen ist nur der uneheliche Bastard des letzten Grafen. Mit der Halskette hatte der Goldschmied seiner immer noch geliebten Florenzia nur ein Andenken an ihr gemeinsames Kind vermachen wollen. Nach seiner Ermordung zerbrach Florenzia die Halskette aus Angst um ihren leiblichen Sohn.

Leseprobe

Die ersten 30 Seiten ihres Buchs „Florenzias Vermächtnis“ sind zum Download (PDF) verfügbar.